Geschichte

Liste der Inneringer Schultheissen und Bürgermeister

Liste der Pfarrherren zu Inneringen

Wie die Wasserversorgung nach Inneringen kam

NATO- bzw. US-Stützpunkt in Inneringen

Caritasheim in Inneringen

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Veröffentlichung in der Lauchertzeitung 1926

Historisches über Inneringen

Viel weiß man nicht über das frühzeitliche Inneringen. Als einigemaßen gesichert kann aber gelten, dass eine römische Heerstraße von Mengen her durch das Dorf über Steinhilben und die alte Honauer Steige hinunter nach Pfullingen führte (Quelle: Das Königreich Württemberg: eine Beschreibung von Land, Volk und Staat, Seite 174). Deshalb wurde auch eine Ortsstraße als „Römerstraße“ bezeichnet, wenngleich  diese nach Hettingen führende Straße wohl kaum dem Verlauf der Heerstraße entsprochen haben dürfte.

Auch kann angenommen werden, dass sich schon die Kelten auf der Alb tummelten. Aus einem entsprechenden Grabhügel befinden sich Grabbeigaben (darunter ein Dolch)  im Fürstlichen Museum in Sigmaringen, außerdem wurden beim Neubau der Volksbank am Standort des früheren Rathauses wurden Anfang der 1980er Jahre keltische Gräber gefunden.

Es wird vermutet, dass die Inneringer Kirche zu einer der altalemannischen Urkirchen gehört, die nach der Christianisierung der Alemannen im 8. Jahrhundert in den zentral liegenden Dörfern des Alemannenlandes entstanden sind. Der hl. Martin von Tours, der Schutzpatron der Franken, wurde gerne als Kirchenpatron für diese Urkirchen gewählt. In den Jahrhunderten danach gab es zwei Kirchenpfründe in Inneringen, das an der Pfarrkirche St. Martin und ein weiteres an der Liebfrauenkapelle zu Inneringen, wohl die Vorgängerkapelle der Heiligkreuzkapelle in der Hohenzollernstraße.

Umso eigenartiger ist die Tatsache, dass es bis heute nicht gelungen ist, zu klären, zu welcher Herrschaft Inneringen vor dem 13. Jahrhundert gehört hat. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1135 in der Chronik des Zwiefalter Mönches Ortlieb, in der dieser vermerkte, dass eine „Gouta“ von Inneringen dem Kloster eine Reliquie geschenkt habe. Es ist davon auszugehen, dass es sich bei dieser „Gouta“ (übrigens nicht zu verwechseln mit Gouda, das ist nämlich Käse) um eine Adelige handelte, die vielleicht sogar auf dem Herrensitz lebte, der für Inneringen nachgewiesen werden konnte.

Vom 13. Jahrhundert an werden die Herren von Schiltau als Ortsherren angesehen. Die Burg Schiltau lag auf einer felsigen Anhöhe in Jungnau, sie ist jedoch nicht zu verwechseln mit der Burg Jungnau, die von den Herren von Jungingen erbaut wurde. Die Edlen von Schiltau waren ein Ministerialgeschlecht, welche teilweise auch im Dienst der Grafen von Veringen standen.

Der Kirchensatz, also das Recht, den örtlichen Pfarrer zu präsentieren, wurde 1317 von eben diesen Herren von Veringen an die Truchsessen von Rohrdorf abgetreten. Diese hatten jedoch wohl keine rechte Freude daran, denn schon 1338 verkauften sie den Kirchensatz an Burkhart von Jungingen. 1355 ging der ganze Ort Inneringen dann definitiv in den Besitz der Herren von Hohenfels-Jungingen über. Doch auch die Hohenfels-Junginger blieben nicht lange am Ruder: Schon 12 Jahre später verkauften sie Inneringen an die Herren von Reischach, die es bis 1418 behalten sollten. Die Stammburg der Herren von Reischach lag auf der Gemarkung Walbertsweiler in der Gegend von Wald (Landkreis Sigmaringen).

Der entscheidende weitere Übergang Inneringens an eine neue Herrschaft findet dann 1418 statt: Mechthild von Reischach hatte ein Jahr zuvor Heinrich von Häningen geheiratet. Dieser machte sich nun daran, das Erbe seines Schwiegervaters Conrad von Reischach zu verteilen, Inneringen kommt mitsamt Kirchensatz an die Herren von Werdenberg. Diese hatten dann offensichtlich mehr Freude an der Albgemeinde, denn bis zum Aussterben dieser Linie im Jahr 1534 (Graf Christoph war das letzte Mitglied der Familie im Mannesstamm) blieb Inneringen als Bestandteil der Herrschaft Jungnau in ihrem Besitz.

Das Haus Österreich und Graf Joachim von Zollern hatten die Verteilung der Werdenbergischen Besitztümer mit dem Segen von Kaiser Karl V. untereinander geregelt. Inneringen fiel demnach zusammen mit der Herrschaft Jungnau an den Grafen Friederich den Älteren von Fürstenberg, den Schwiegersohn des Grafen Christoph von Werdenberg. Schon damals sorgte man also dafür, dass alles in der Familie blieb. Und schon damals ging es nicht ohne Streit ab. Im nachhinein gab es Streit zwischen den Zollern und den Fürstenbergern bezüglich der Verteilung des Erbes, dieser wurde jedoch 1540 im „Pfullendorfer Vertrag“ geschlichtet.

Inneringen gehörte danach zur fürstenbergischen Herrschaft Jungnau und hatte kurioserweise deutlich mehr Einwohner als Jungnau selbst.

Während der Fürstenbergischen Herrschaftszeit wurde der Kirchensatz auch von diesen ausgeübt. Die Inneringer Pfarrei war eine der begehrtesten und wohlhabendsten Pfründe (Insider sprachen von einer „fetten Pfründe“), da der jeweilige Pfarrherr sowohl den großen wie auch den kleinen Zehnten erhielt. Damit war Inneringen die ergiebigste Pfarrstelle, welche die Fürstenbeger vergeben konnten. Wohl auch aus diesem Grund sind in der Liste der Inneringer Pfarrherren auch zahlreiche Adlige enthalten.

Schon 1601 ist in Inneringen ein Schulmeister namens Hans Ruedlof nachgewiesen. Auf Betreiben der Kirche wurden seit Mitte des 16. Jahrhunderts entsprechende Lehrkräfte angestellt, die „wenigstens zur Winterzeit deutsche Schule“ zu halten hatten.

Wie in allen fürstenbergischen Orten wurden auch in Inneringen „Feuerschauer“ aufgestellt. Im Jahr 1743 ist außerdem ein „Spritzenmeister“ nachzuweisen, der „seine Spritze gut im Stand halten und zwei mal im Jahr schmieren“ muss (Hohenzollerische Heimat, Bd. 20 / 1970, S. 45). Damit hat Inneringen seit mindestens 1743 eine Art Feuerwehr.

Das „Hochgericht“ der fürstenbergischen Herrschaft stand in Inneringen: 1576 wurde aufgrund von Baufälligkeit ein „Galgen mit drei Säulen“ am Galgenbhühl, Gewann Lachen, neu aufgerichtet (Hohenzollerische Heimat, Bd. 20 / 1970, S. 45).

Um das Jahr 1700 herrschte auf der Alb nachgewiesenermaßen reger Verkehr: Die sogenannte Seestraße führte vom württembergischen Unterland über Melchingen, Trochtelfingen, Harthausen, Inneringen und Bingen an den Bodensee. Wöchentlich kamen zwei- bis dreimal sieben bis acht Fuhrwerke durch Inneringen. Es wurde reger Handel getrieben und in der Fruchtschranne Frucht gekauft und verkauft. Viel Wein aus
dem Unterland wurde auf der genannten Straße nach Mengen, Sigmaringen, Meßkirch und Pfullendorf befördert. An manchen Tagen haben in Inneringenn 10 bis 12 Fuhrwerke in den Wirtschaften mit ihren Wagen gehalten. Ebenso benützten viele Kaufleute zu Pferd auf dem Weg zur Frankfurter Messe diese Straße (Quelle: Hohenzollerische Heimat Bd. 46/1966 S. 44).

Von wesentlicher Bedeutung für die spätere Gemeindeentwicklung war der Streit um die Eigentumsrechte der Inneringer Waldungen von 1732 bis 1766. Ausgangspunkt war eine Eintragung des Renovators Wiest im zweibändigen Urbar (Besitzrechtsverzeichnis) von 1732: Darin schrieb dieser, dass die Waldungen der Herrschaft, also den Fürstenbergern gehören. Obwohl die Waldungen damals von den Inneringern alles andere als pfleglich behandelt wurden, gab es einen jahrzehntelangen Streit um die Frage, wem die Waldungen denn nun wirklich gehören: Den Fürsternbergern oder der Gemeinde. Des öfteren ist eine „Gemeindedeputation“ beim Oberamt in Jungnau vorstellig geworden. Es war Baron Karl August von Lassberg, der im Auftrag der Fürstenbergischen Herrschaft alle verfügbaren Akten und Dokumente sichtete und am 1. Februar 1766 zu einem Urteil kam. Im Kaufbrief aus dem Jahr 1418, als die Herren von Reischach ihren Besitz an die Fürstenberger verkauften, seien für alle verkauften Dörfer die herrschaftlichen Waldungen detailliert aufgeführt, für Inneringen jedoch keine. Der Baron sah dies als Beleg dafür, dass die Waldungen der Gemeinde gehörten. Mit einem Schreiben vom 12. März 1766 an den Jugnauer Obervogt Schorer akzeptierten die Fürstenberger diese Sichtweise: Nur der „Feuerbrand“, ein Waldstück zwischen Inneringen und Emerfeld, in dem auch heute noch ein Fürstenbergischer Grenzstein steht, sei herrschaftlich, alle anderen Waldungen dagegen gemeindlich. Es ist sicherlich nicht übertrieben zu behaupten, dass Karl August von Lassberg mit seinem Urteil ganz wesentlich dazu beigetragen hat, dass Inneringen in späterer Zeit als einigermaßen wohlhabend anzusehen war. Schließlich stellten die Holzerlöse später eine ganz wesentliche Einnahmequelle dar.

Die Zugehörigkeit zum Fürstentum Fürstenberg ist auch der Grund dafür, dass Inneringen im Zeitalter der Reformation katholisch blieb. Die damals württembergischen Landesteile wurden evangelisch, während Fürstenberg, der Herrschaftsbereich der Habsburger (Vorderösterreich) sowie die benachbarten Ländereien des reichsunmittelbaren Klosters Zwiefalten katholisch blieben.

Ob die lange Herrschaftszeit derer von Fürstenberg der Grund dafür ist, dass in Inneringen auch heute noch gerne Fürstenberg Pilsener getrunken wird, lässt sich nicht ergründen. Das ebenfalls feilgehaltene Sigmaringer Zoller Pils erfreut sich jedenfalls bei weitem nicht einer entsprechenden Beliebtheit.

1795 wurde einer der bedeutendsten Söhne der Gemeinde Inneringen geboren: Als Sohn eines Halbbauern und Halbpfründners erblickte Josef Sprißler das Licht der Welt. Als katholischer Geistlicher und Abgeordneter in der Frankfurter Nationalversammlung erlangte er eine gewisse Berühmtheit. Zuvor, im Jahr 1830, wurde allerdings ein Untersuchungsverfahren wegen „führender Teilnahme an der Bewegung für die Einführung einer freisinnigen Verfassung in Hohenzollern-Sigmaringen“ gegen ihn eingeleitet, welches jedoch mit einem Freispruch endete. Sprißler starb 1879, er ist auf dem Hechinger Friedhof Heilig-Kreuz neben seinem Weggefährten und Freund Josef Blumenstetter beigesetzt.

Inneringen blieb bis zum Jahr 1806 unter Fürstenbergischer Hoheit. Napoleon löste im Rahmen der Mediatisierung des Fürstentum Fürstenberg auf, auf der Grundlage der Rheinbundakte erhielt das deutlich kleinere Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen die Landesherrschaft über die Herrschaft Jungnau mit Inneringen (die Hohenzollern hatten über die Fürstin Amalie-Zepherine einfach die deutlich besseren Connections zu Napoleon – schon damals lief ohne Vitamin B gar nichts…). Verwaltungsmäßig blieb Inneringen jedoch bis zur Auflösung des Obervogteiamts in Jungnau 1840 bei der Herrschaft Fürstenberg. Schon damals brauchte man für Verwaltungsreformen offensichtlich einen sehr langen Atem.

Ab 1806 war Inneringen somit staatsrechtlich Hohenzollerisch geworden. Die Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen und ihre vor allem wirtschaftlich weniger erfolgreichen Vettern von Hohenzollern-Hechingen waren jedoch des Regierens bald überdrüssig. Im Jahr 1850 verkauften sie ihre gesamten Herrschaften an ihre evangelischen Vettern aus Preußen. Inneringen und ganz Hohenzollern hießen fort an „Königreich Preußen – Hohenzollern’sche Lande“. Entsprechende Grenzschilder sind auch heute noch vielfach erhalten und schmücken so manches Rathaus. Noch heute sind beispielsweise im Gewann „Hof“ alte Grenzsteine erhalten, die auf der einen Seite „KP“ für Königreich Preußen und auf der anderen Seite „KW“ für Königreich Württemberg eingemeisselt haben – Inneringen war schließlich Grenzgebiet, die Nachbarorte Egelfingen, Emerfeld und Ittenhausen waren Württembergisch.

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Die „Wöhrde-Lache“ oder auch „Wede-Lache“ im Jahr 1934. Keine „Hüle“mit gesammeltem Regenwasser, sondern zutage tretendes Grundwasser. Diese Wasseradern und Grundwasserstellen waren es auch, welche in grauer Vorzeit die Aufmerksamkeit der Ansiedler auf sich zogen und Veranlassung zur Gründung von Niederlassungen gaben, denn Wasser ist bei einer Ansiedlung immer der wichtigste Punkt.

Die „Hohenzollernsche Lande“ überlebten in Form des Hohenzollerischen Kommunalverbandes noch bis ins Jahr 1973. Dann wurde dieser Verband im Rahmen der Kreisreform endgültig aufgelöst, sehr zum Leidwesen zahlreicher Traditionalisten, die ansehen mussten, wie das einstmals stolze Hohenzollern nunmehr vollständig von der Landkarte verschwand.

Ortseingang

Das Forsthaus in den 1970er Jahren

Nach dem II. Weltkrieg gehörte nach den Kreisversammlungswahlen vom 13. Oktober
1946 mit Albert Bantle auch ein Inneringer dem ersten Kreistag des Landkreises Sigmaringen an.

Im Rahmen der sich an die Kreisreform anschließenden Gemeindereform in musste schließlich auch Inneringen seine Selbständigkeit aufgeben. Im Rahmen der Landesplanung war ursprünglich vorgesehen, dass Inneringen der Stadt Veringenstadt angegliedert werden sollte, für das benachbarte Hettingen war die Eingemeindung nach Gammertingen vorgesehen. Die beiden letzten „selbständigen“ Bürgermeister Johann Georg Brandstetter aus Inneringen und Johann Knaus aus Hettingen sahen jedoch in einem Zusammengehen beider Ortschaften zur neuen Stadt Hettingen eine bessere Lösung. In der Politik ist es wichtig, in der Not einen „Vetter im Himmel“ zu haben. In diesem Fall war dies Gerhard Mayer-Vorfelder, der spätere Kultus- und Finanzminister des Landes und VfB- und DFB-Präsident, damals Referent im Staatsministerium unter Ministerpräsident Filbinger. „MV“ hatte über seine Frau verwandtschaftliche Beziehungen nach Inneringen, und auf seine Vermittlung hin konnte diese Option ergriffen werden. Die Bevölkerung beider Orte stimmten diesem Ansinnen im Rahmen eines Bürgerentscheids  mit großer Mehrheit zu, und so konnte zum 1. Januar 1975 der Zusammenschluss durchgeführt werden.

Nachdem beide Stadtteile als gleichberechtigt angesehen wurden, wird der Gemeinderat jeweils mit 6 Vertretern paritätisch besetzt. Aus diesem Grund wurde auch für Inneringen keine Ortschaftsverfassung eingeführt, es gibt keinen Ortschaftsrat und auch keinen Ortsvorsteher. Der Sitz der Stadtverwaltung ist in Hettingen, seit 1993 im renovierten Schloss. In Inneringen gibt es eine leistungsfähige Ortschaftsverwaltung, bei der sämtliche Angelegenheiten erledigt werden können.

Von 1975 bis 1999 war Johannes Müller Bürgermeister der Stadt Hettingen. In dieser Zeit wurden die Albhalle (1983)  sowie der Kindergarten(1989) neu gebaut.

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Der Sportplatz im Jahr 1983

Der seitherige Kindergarten wurde 1990 abgerissen, an seiner Stelle prägt seit 1994 der im wesentlichen durch bürgerschaftliches Engagement gestaltete Dorfplatz das Erscheinungsbild der Gemeinde. Mittelpunkt des Dorfplatzes ist der vom Narrenverein gestiftete Narrenbrunnen. Im Jahr 2000 konnte die Kirchengemeinde das „Alte Pfarrhaus“ nach einer umfassenden Sanierung seiner neuen Bestimmung als „Haus der Begegnung“ übergeben.

Von 1999 bis zu seiner Wahl zum Bürgermeister der Stadt Mengen im Jahr 2008 war Stefan Bubeck Bürgermeister der Stadt Hettingen. Sichtbarste Spur seiner Amtszeit ist die 2005-2007 neugestaltete Inneringer Ortsdurchfahrt, welche eine weitere Aufwertung des Ortsbildes mit sich brachte. Im Zuge dieser Maßnahme wurde auch der Bereich rund um die Kirche – wieder durch bürgerschaftliches Engagement – neu gestaltet. Auch wurde die „Molke“ abgerissen, in der die frühere Molkereigenossenschaft Inneringen  bis Ende der 1970er Jahre eine Milchsammelstelle unterhielt. Der Älblermarkt, der alljährlich im Mai rund um die Kirche veranstaltet wird, geht ebenfalls auf eine Initiative von Stefan Bubeck zurück.

Nachdem das Zusammenwachsen der beiden Gemeindeteile seit der Gemeindereform bei aller Rivalität einigermaßen gelungen war – seit 2002 spielen Inneringer und Hettinger zusammen Fußball – wurde die das Verhältnis im Herbst 2007 einer Zerreissprobe unterzogen: Aufgrund der gravierend gesunkenen Schülerzahlen sah die Stadtverwaltung die Notwendigkeit, eine der beiden Grundschulen im Stadtgebiet zu schließen. In einer denkwürdigen Bürgerversammlung wurden die möglichen Zukunftsmodelle diskutiert, aufgrund der höheren Schülerzahlen und der bereits gewachsenen Kooperation zwischen Schule, Kindergarten und Schulförderverein standen die Chancen gut, dass die Inneringer Grundschule erhalten werden konnte.
In der entscheidenden Gemeinderatssitzung tauchten dann jedoch plötzlich elf zusätzliche Schulkinder aus Hettingen auf und die zuvor als notwendig angesehene Schulfusion wurde abgeblasen. Im Frühjahr 2008 kam es dann doch zu einer Änderung: Aufgrund des Weggang des Hettinger Schulleiters wurde die Hettinger Grundschule aufgelöst und ab dem Schuljahr 2008/2009 als Außenstelle der von Siegfried Haule geleiteten Grundschule Inneringen geführt.Zunächst firmiert die Schule mit den beiden Standorten  im Rahmen eines bundesweiten Modellprojekts als „Bildungshaus der Stadt Hettingen“, 2010 erhielt die Einrichtung nach einem groß aufgezogenen Namensfindungsprozess den dann eher unspektakulären und eher dem politischen Proporz geschuldeten Namen „Grundschule Hettingen-Inneringen“ .

Im Oktober 2008 wurde der seitherige Hauptamtsleiter der Stadt, Uwe Bühler, zum Bürgermeister der Stadt Hettingen gewählt.

Im Jahr 2008 nahm Inneringen am Kreisentscheid des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ teil. Gemeinsam mit Illmensee und Friedberg (Saulgau) konnte dabei auf Kreisebene ein 1. Preis verbucht werden. Auch im anschließenden Wettbewerb auf Bezirksebene im Frühjahr 2009 konnte sich Inneringen zusammen mit vier weiteren Gemeinden durchsetzen. Auf Landesebene konnte dann eine Silbermedaille errungen werden, welche im November 2009 vom damaligen Minister für den ländlichen Raum Peter Hauk in Karlsruhe übergeben wurde.

Am 30.09.2011 verstarb Bürgermeister Uwe Bühler drei Wochen nachdem man bei ihm ein Krebsleiden diagnostiziert hatte. Er wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung aus Hettingen und Inneringen auf dem Friedhof seiner Heimatstadt Spaichingen beigesetzt.

Zu seiner Nachfolgering wurde im Februar 2012 Dagmar Kuster aus Gauselfingen gewählt.

Im Jahr 2012 wurde mit der Römerstraße eine weitere „ewige“ Baustelle grundlegend neu gestaltet, außerdem wurde von der Fa. Neckarcom dem eher tristen Breitband-Angebot mit einer leistungsstarken DSL-Anbindung ein Ende gesetzt.

Ende 2012 zeigte sich, dass der Konflikt um die Zukunft des Grundschulwesens vier Jahre zuvor nicht gelöst, sondern nur vertagt wurde: Nachdem die Schülerzahlen erneut zurückgegangen waren und sich die „geteilte“ Grundschule (Klasse 1 und 2 in Inneringen, Klasse 3 und 4 in Hettingen) in der Praxis nicht bewährt hatte, standen Verwaltung, Gemeinderat und Bevölkerung erneut vor der Aufgabe, die Grundschule an einem der beiden Standorte zusammenzuführen. Im Vorfeld wurde zugesagt, an die Entscheidung mit größtmöglicher Transparenz und ergebnisoffen heranzugehen. Schon in der ersten Bürgerversammlung in dieser Sache im Oktober 2012 wurde jedoch spürbar, dass die Stadtverwaltung insbesondere die am jeweiligen Standort zu erwartenden Sanierungskosten als Hauptkriterium ansieht. In der Dezember-Sitzung 2012 sollte dann die Entscheidung fallen. Nachdem die Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat seit 2009 so waren, dass sechs Hettinger sieben Inneringer Räten gegenüber standen, war absehbar, dass es zu einer Pattsituation kommen würde – was letztlich dann auch der Fall war.

Über die Fasnet 2013 eskalierte dann der Konflikt: Im Hettinger Fasnetstreiben mischten die „Friends of Metal“ mit, fuhren mit einem Panzer durch das Dorf, auf dem Kinder mit Maschinengewehrattrappen zusammen mit „Rambos“ die Hettinger Schule zu verteiden suchten. Als beim Bürgerball die Inneringer Schule dann in einer Video-Montage symbolisch gesprengt wurde, war für nicht wenige das Tischtuch zerschnitten. Die Lokalzeitung berichtete über die Vorgänge und sprach dazu auch deutliche Kommentare, was wiederum in Hettingen für Unmut sorgte. Auch im Gemeinderat hinterließ die „Panzeraffäre“ Spuren, eine konstruktive und vertrauensvoller Zusammenarbeit schien damals nicht mehr möglich. Auch ein durchgeführtes „Mediationsverfahren“ mit einer erfahrenen Schlichterin brachte keine Abhilfe.

Am Schluss war es die Inneringer Bürgerschaft, die im intensiven Dialog mit den Inneringer Gemeinderäten einen Kompromissvorschlag auf den Weg brachte, der letztlich vom Gemeinderat einstimmig beschlossen wurde: Die Grundschule befindet sich seit dem Schuljahr 2013/2014 in Hettingen, im Gegenzug wurde die „Alte Schule“ in Inneringen als Sitz der Ortsverwaltung und als Begegnungsmöglichkeit umgenutzt. Zudem wurde eine „zeitnahe“ Sanierung der Albhalle zugesagt, die schließlich 2017 startete.