
Am Beispiel von vier Stationen verdeutlichte der Sonnenbräu-Museumsverein, wie sehr sich das Dorf in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Fast 50 Interessierte nahmen am Rundgang teil.
Bei der ersten Station blickte man zunächst über 150 Millionen Jahre zurück damals entstand aus Sedimenten des Jurameers die wasserundurchlässige Schicht, die zur (schriftdeutsch) Wöhrde führte. Der Grundwasseraufschluss wurde viele Jahrhunderte als Viehtränke genutzt, zwischen 1959 bis 1976 gab es hier sogar ein waschechtes Höhenfreibad mit betonierten Mauern.

Heute wartet die Ende der 1970er Jahre renaturierte „Weda“ auf eine neuerliche Sanierung, schließlich droht sie vollends zuzuwachsen.

Die zweite Station beleuchtete europäische Militärgeschichte: Von 1959-1966 waren französische Soldaten am Südrand von Inneringen stationiert, danach betrieben die US-Streitkräfte dort von 1969-1983 das „Fort Black Jack“. Viele erinnern sich noch an die Tage der offenen Tür im oberen Camp, bei denen das Kino und die Kantine mit waschechter Jukebox auf großes Interesse stießen. Nach dem Abzug wurden die Mannschaftsunterkünften zum Gewerbegebiet Bergwiesen, und auch der untere Teil, wo früher auch Atomsprengköpfe für die mobilen Pershing 1a-Raketen gelagert wurden, wird heute gewerblich genutzt.

Die „Säge“ war die dritte Station. Hier wurde nicht nur die wechselvolle Geschichte des Holzwerks Kempf mit zwei großen Bränden, der erfolgreichen Entwicklung von Leimholzprodukten und dem jähen Ende berichtet, sondern auch von den Ursprüngen des Inneringer Fußballs. Dort, wo später zwei weitere Betriebshallen errichtet wurde, war der erste Inneringer Sportplatz. Mit einer leichten Hangneigung und einer Furt mitten durch den Platz sicher nicht ideal, aber eben doch bespielbar.

Schlusspunkt war der Wasserturm: Von 1957-2023 diente er der Wasserversorgung, seine markante Bemalung mit einer Windmühle machte in seit den 70er Jahren bekannt. Seit 2024 lädt eine Aussichtsplattform zu einer auf der Alb einzigartigen Fernsicht auf die Alpen ein.

Die Museumsvereinsvorstände Joachim Metzger und Reinhold Teufel sowie Geburtstagskind Simon Teufel konnten bei dem rund zweistündigen Rundgang viel über das Dorf und seine Geschichte berichten, und manche der Teilnehmer konnte eigenes Wissen beisteuern.

Mit einem gemütlichen Frühschoppen fand die gelungen Aktion ihren Abschluss.
Auch in Zukunft plant der jüngste Inneringer Verein solche Aktionen und ist immer dankbar, wenn ihm alte Bilder oder Gegenstände für den Museumsfundus übergeben werden.