Zwischen Veringenstadt und Inneringen kann der Energiekonzern EnBW drei Windkraftanlagen bauen

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Blick vom Deutstetter Berg in Veringenstadt

Quelle: Schwäbische Zeitung

Einstimmig haben die Veringenstädter Gemeinderäte in der Gemeinderatssitzung einen Windpark befürwortet. Auf den beiden Konzentrationsflächen in Richtung Inneringen, die sich größtenteils im städtischen Besitz befinden, kann die Energie Baden-Württemberg (EnBW) drei Anlagen bauen. Ein Gemeinderat durfte wegen Befangenheit nicht mitstimmen.

Etwa 25 Zuhörer, darunter Vertreter der beiden Interessenten EnBW und Sowitec und auch Personen der Kettenacker Initiative „Mensch und Natur“ wohnten der Sitzung bei. Bürgermeister Armin Christ begann seine Ausführungen mit der Dokumentation des Prozederes, das seit geraumer Zeit laufe. Er wies auf die Bürgerversammlung hin, die in der vorangegangenen Woche stattgefunden habe und die Veringenstädter über die Planung der Windkraftanlagen informierte.

Dass in dieser Veranstaltung nur die EnBW ihre Planung vorstellte, entschuldigte Christ damit, dass die Firma Sowitec eine identische Planung vorgelegt habe. „Gleiche Anzahl, gleiche Nabenhöhe, gleicher Standort“, erläuterte Bürgermeister Armin Christ. Daher entschied man sich für die Vorstellung durch einen Projektierer, so Christ.

Die Bedenken, die in der Bürgerversammlung vorgetragen wurden, seien überprüft worden. So würden die Grundstückspreise wegen der Windkraftanlagen nicht fallen, dies habe ein renommiertes Immobilienbüro festgestellt.

Aus dem Gremium erläuterte Siegfried Hagg ausführlich, dass man sich die Entscheidung nicht leicht gemacht habe. Seit zwei Jahren befasse man sich intensiv mit der Thematik und dem aufwendigen Verfahren. „Wir wollen alle saubere Energie, keiner will zurück in die Steinzeit, also müssen wir diese Kröte schlucken“, sagte Hagg. Er merkte an, dass er von seiner Terrasse aus die Windräder sehen werde. Jutta Schmid-Glöcker zeigte sich vor allem froh, am Atomausstieg aktiv mitzuwirken: „Ich habe 30 Jahre lang neben dem Kernkraftwerk in Biblis gewohnt und kann daher sehr gut leben mit den Windrädern. Ein Handymast stört doch auch niemanden“, sagte die Stadträtin.

Bürgermeister Armin Christ sagte, dass mit dem Abschluss des Nutzungsvertrags lediglich die Sicherheit für den Projektierer gegeben werde. „Eigentlich ist es der Startschuss und nicht der Schlusspunkt“, so Christ. Werner Hein fragte nach, ob zu den drei Anlagen im Laufe der Zeit weitere dazukommen würden. Dies verneinte der Bürgermeister, denn der Projektierer habe das Optimale aus der ausgewiesenen Fläche herausgeholt. Vertragsbestandteile wurden ausführlich vorberaten, diese seien aber nicht Bestandteile einer öffentlichen Beratung und werden daher auch nicht veröffentlicht, erklärte Christ weiter. Die einstimmige Vergabe erfolgte an die EnBW-Windprojekte.

Nach der Sitzung führte eine kleine Gruppe von fünf Bürgern eine angeregte Diskussion vor dem Gebäude. „Wir fühlen uns sehr schlecht informiert. Letzte Woche eine Bürgerversammlung und ein paar Tage später der Abschluss. Da stand doch schon alles fest“, sind sich die verärgerten Bürger sicher.

Große Sorge habe er wegen dem Lärm der Anlagen, sagte ein Bewohner des Deutstetter Bergs. Er höre es, wenn Richtung Inneringen Mais gehäckselt wird oder Erntearbeiten seien, obwohl der Abstand ausreichend groß sei.

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