Landhandel Stauß übernimmt Landhandel Oswald

Sind sich bei der Übergabe des Betriebs Landhandel Oswald einig geworden (v.l.): Wolfgang und Wilma Harsch, Anna-Lena und Daniel Reiser, Udo Stauß und Herbert Stauß von der Landhandel Stauß GmbH. Foto: privat

Zum 1. März übernahm das Unternehmen Landhandel Stauß aus Inneringen den Landhandel Oswald in Ölkofen. Alle Arbeitsplätze der Mitarbeiter bleiben erhalten.

Wilma und Wolfgang Harsch, die bisherigen Firmenchefs, werden auch weiterhin im Betrieb tätig sein, aber nicht mehr als Inhaber. Die beiden haben ihr Unternehmen aus Altersgründen verkauft.

Besonders für Wilma Harsch ist der Verkauf und die Übergabe des Unternehmens nicht ganz einfach. Ihre Eltern, Max und Maria Oswald, haben den Landhandel Oswald 1957 gegründet, wobei die Tradition im Grunde genommen viel weiter zurückreicht: Ursprünglich ist der bisherige Firmensitz in Ölkofen eine Mühle mit Landwirtschaft gewesen und wurde 1754 erstmals urkundlich erwähnt, und ist seitdem auch in Familienbesitz. Wilma Harsch und ihrem 63-jährigen Ehemann Wolfgang war es jedoch wichtig, den richtigen Moment für die Übergabe des Betriebs zu finden. „Wenn man sein Kind liebt, lässt man es zum richtigen Zeitpunkt los“, bemerkt Wilma Harsch. Apropos, Kinder hat das Ehepaar nicht, so stellte sich für die beiden schon vor Jahren die Frage, wie es dereinst mit dem Betrieb weitergehen soll. Mit dem Landhandel Stauß habe man nun einen starken Partner gefunden, der den Betrieb übernimmt, sagt Wolfgang Harsch. Ihnen sei wichtig gewesen, dass der Betrieb in ihrem Sinne weitergeführt wird und die Arbeitsplätze der Mitarbeiter erhalten bleiben. Seit 1996 führten Wilma und Wolfgang Harsch das Unternehmen.

Partnerschaftliches Verhältnis

Udo Stauß leitet zusammen mit seinem Bruder Herbert, seiner Tochter Anna-Lena und seinem Schwiegersohn Daniel Reiser den Landhandel Stauß. Schon vor Jahren hat Udo Stauß den Harschs sein Interesse signalisiert, ihren Betrieb eines Tages zu übernehmen. Beide Landhandels-Unternehmen waren zwar Wettbewerber, aber das Verhältnis umschreibt Stauß als partnerschaftlich. „Man hat sich gegenseitig respektiert und akzeptiert“, sagt er. „Es ist gelungen, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen.“ Er betont, dass es sich nicht um eine feindliche Übernahme handle, sondern man fair verhandelt habe. Auch erfolge die Übernahme nicht weil Landhandel Oswald finanziell etwa schlecht dastehe, ganz im Gegenteil. Mit der Übernahme von Landhandel Oswald möchte Stauß seinen Kundenstamm komplettieren und eine geografische Lücke im Geschäftsgebiet schließen. Außerdem macht Udo Stauß darauf aufmerksam, dass der derzeit vorherrschende Wandel in der Landwirtschaft mit dem Grundsatz „Wachse oder weiche“ nicht nur Landwirte, sondern auch Landhandels-Betriebe betreffe.

Mitarbeiter können bleiben

Besonders wichtig war Wilma und Wolfgang Harsch, dass alle Mitarbeiter in Ölkofen und dem Zweitbetrieb in Herbertingen ihren Arbeitsplatz behalten können. Insgesamt arbeiten inklusive Aushilfen 20 Menschen für Landhandel Oswald. „Es werden keine Stellen abgebaut“, bestätigt Udo Stauß. Für sein Unternehmen sei Ölkofen und Herbertingen zusammengenommen der inzwischen sechste Standort, rechnet er nach. Sein Unternehmen hat rund 40 Mitarbeiter, mit der Übernahme dann 60 Mitarbeiter. Der Umsatz dürfte nach der Übernahme von Landhandel Oswald um etwa 25 bis 33 Prozent steigen, schätzt Stauß.

Dem neuen Inhaber ist es wichtig, an Bewährtem festzuhalten: Beim traditionellen Leonhardiritt in Ölkofen versorgte bisher der Landhandel die teilnehmenden Reiter, und auf der benachbarten Wiese fand stets die Pferdesegnung statt. Das soll so bleiben, wie Udo Stauß versichert. „Traditionen sollen erhalten werden. Wir wollen hier heimisch werden.“

Das Firmenschild Landhandel Oswald wird ersetzt werden durch Landhandel Stauß, denn den Firmenname Landhandel Oswald gibt es nun nicht mehr. Doch die Kunden werden weiterhin auf vertraute Gesichter stoßen: Wilma und Wolfgang Harsch sind weiterhin im Betrieb tätig. Wolfgang Harsch hat die Hoffnung, dass auf ihn nun „normalere Arbeitszeiten“ zukommen. Wie er durchblicken lässt, waren bisher Arbeitstage mit 12 bis 15 Stunden nichts Ungewöhnliches für ihn.

Quelle: Schwäbische Zeitung

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