Auf ein Eis zu Donato

Ger­hard Spriß­ler legt für ein Eis 2300 Ki­lo­me­ter auf dem Rad zu­rück

Wenn ein Sportler Pensionär ist: Der TSV-Ehrenvorsitzende Gerhard Sprißler hat den früheren Inneringer Eisdielenbesitzer Donato Lottrecchiano in seiner Heimat Italien besucht – per Rad.

Beim Seniorennachmittag hat Gerhard Sprißler die zahlreich erschienenen Senioren auf seine außergewöhnliche Radtour nach Italien mitgenommen. Dort besuchte er Donato und seine Familie, die jahrzehntelang in Inneringen lebten.

Sogar überregional bekannt war Donato für sein leckeres Eis, welches es am Eiswagen in der Sigmaringer Straße bei der Inneringer Ortsdurchfahrt gab. „Wer hat nicht schon mal bei Donato ein Eis gegessen?“ – Gerhard Sprißler erzählte, untermalt mit herrlichen Bildern, den Senioren von seiner außergewöhnlichen Reise, die mit dem legendären Donato-Eis begann. Mit dem Eintritt ins Rentenalter vor drei Jahren ist Donato Lotrecchiano mit seiner Frau Antoniet wieder in seine Heimat nach Aquilonia in Süditalien gezogen.

Der sportbegeisterte Gerhard Sprißler, der mit den Söhnen und der Großfamilie Lotrecchiano in Kontakt ist, verfolgte seit seiner Pensionierung im Sommer diesen Jahres ähnliche Pläne. „Zum Eis essen zu Donato mit dem Fahrrad“, lautete sein ambitioniertes Vorhaben. Also stieg er alsbald in die konkreten Planungen ein. Er besorgte sich einen Anhänger, um das Nötigste für seine Reise transportieren zu können. Dieser wog bepackt am Ende dann doch 32 Kilogramm.

„Über die Alpen und die vielen Pässe hat mich das Gewicht im Schlepptau manchmal extrem gefordert“, erzählt Sprißler. Aufgrund der zu erwartenden Hitze nahm er sich den September als Reisemonat vor. Das sei genau richtig gewesen, nicht mehr heiß aber meistens warm, und nur ein einziger Regentag. Vier Wochen Zeit plante er für seine besondere Radtour.

Nach knapp 1300 Kilometern und 16 600 Höhenmetern erreichte er am dreizehnten Tag Aquilonia planmäßig. Mit der Rückreise strampelte er nochmal eintausend Kilometer, so dass die Bilanz 2300 Kilometer und 21 000 Höhenmeter im geplanten Zeitfenster lautete.

Bei seiner interessanten Bildschau nahm er die Gäste mit auf die Radtour. Start in Inneringen, dann über die Alpen, Timmelsjoch, nach Meran und an der Etsch entlang nach Verona. Weiter ging es über Ferrara nach Assisi und über die Abruzzen nach Aquilonia, der Heimat von Donato.

Dort verweilte Sprißler vier Tage und wurde überschwänglich von den Lotrecchianos aufgenommen.

Aus dem 2300-Seelen-Dorf hätten zu den Spitzenzeiten der italienischen Gastarbeiter in den 1970/80er-Jahren bis zu 70 Personen in Inneringen gelebt und gearbeitet, wusste Sprißler zu berichten.

Auch Nino, seinen früheren Mitspieler im Dress des TSV Inneringen, traf Gerhard Sprißler in Italien.

Nach vier Tagen trat der Pensionär seine Rückreise an. „,Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt‘, das hab‘ ich gesehen“, berichtete er. Als einen der schönsten Streckenabschnitte habe er die Tour entlang der Amalfiküste wahrgenommen, von Salerno bis Pompei. Von Neapel sei er enttäuscht gewesen, Verkehrschaos und Müllberge (überall) seien das dominante Erscheinungsbild der Stadt gewesen. Seine Rückreise führte weiter in die Toskana über Pisa bis zum kleinen Städtchen Lucca. Dort besuchte er Bekannte, mit denen er dann auch wie geplant ganz bequem im Auto zurück ins herbstliche Deutschland fuhr.

Quelle: Schwäbische Zeitung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.