Narren ernennen Benno Fritz zum Ehrenvorsitzenden

Conny und Benno Fritz mit Narrenschultes Wolfgang Reiser

38 Jahre lang einen Verein führen, das macht ihm so schnell keiner nach: Benno Fritz hat sein Amt nach dieser prägenden Epoche in jüngere Hände gegeben.

Einstimmig ernannten die Mitglieder Benno Fritz zum Ehrenvorsitzenden. Mit Anita Gauggel, die 30 Jahre Schriftführerin war, und Johannes Knaus, der 26 Jahre lang zweiter Vorsitzender war, ziehen sich zwei weitere Urgesteine aus der Vorstandschaft zurück.

Narrenschultes Wolfgang Reiser verabschiedet langjährige Vorstandsmitglieder: Adelinde Hanagria, Benno Fritz, Anita Gauggel, Adrian Metzger, Paul-Hermann Reiser und Johannes Knaus (von links). (Foto: Sabine Rösch)

Narrenschultes Wolfgang Reiser hat die Verdienste von Benno Fritz in einer Laudatio gewürdigt. Die Ära Benno begann am 11. November 1980, als er mit der Wahl zum ersten Vorsitzenden das Amt von Peter Kopp übernahm. Er gab den Anstoß für das Kohlrabenhäs, das heute fest mit der Inneringer Fasnet verbunden ist. Zur Auswahl standen damals Totentalweible, Windmühlenmann oder Kohlrabenkopf.

1982 wurde der Kohlraba-Kopf erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt, entworfen von Ilse Wolf und von Toni Reiser umgesetzt. Da es Benno leid war, ohne Musik an den Fasnetsumzügen mitzulaufen, trieb er die Gründung einer Guggenmusik nach Schweizer Vorbild voran. 1984 hatte die „Gugge“, die sich damals Blattläuse nannte, ihren ersten Auftritt. Mit der Turn- und Festhalle, die 1983 eingeweiht wurde, eröffneten sich auch für die Vereine neue Möglichkeiten.

Die Fasnet wurde von den Wirtschaftssälen in die Turnhalle verlagert, die klamme Narrenvereinskasse konnte mit Tanzveranstaltungen aufgebessert werden. 1984 wurde die Garde neu eingekleidet, 1986 die Herren des Elferrates, fortan wurde sie Zunftgarde und Zunftrat genannt. Bei der Gründung des Alb-Lauchert-Ringes 1983 war Benno Fritz eine treibende Kraft, die Inneringer Zunft Gründungsmitglied, 1988 richtete Inneringen sein erstes Ringtreffen aus, bis heute haben drei weitere Ringtreffen in Inneringen stattgefunden.

Gegen Widerstände durchgesetzt

Bei jedem heimischen Ringtreffen hatte Fritz Maßstäbe gesetzt, betonte Wolfgang Reiser, manchmal gegen Widerstände in den eigenen Reihen, doch wie so oft letztlich doch mit dem richtigen Riecher. Nach dem Abriss des Kindergartens war der Dorfmittelpunkt lange Jahre ein unschöner Kiesplatz. Durch die Initiative von Fritz wurde 1994 aus dem Schandfleck der heutige Dorfplatz, bei dessen Gestaltung alle Inneringer Vereine unter Federführung der Narrenzunft mitgeholfen haben.

Der Brunnen nach dem Entwurf von Jürgen Ott wurde von der Narrenzunft gestiftet. Das nächste Großprojekt war das Narrenheim, heute nicht mehr wegzudenken. Aus einem alten Fabrikschuppen und einer Rumpelkammer wurde in vielen ehrenamtlichen Arbeitsstunden das schmucke Narrenheim, Einweihung im Jahr 2001. Durch den Geburtenüberschuss an Mädchen war Benno schnell klar, dass der Fußball keine eigenständige Zukunft hat. Also brachte er die Gründung der „Kleinen Garde“ auf den Weg. Heute sind es drei Garden, insgesamt fast 50 Mädchen, und sorgen häufig für Bewunderung bei Fasnetsumzügen.

Im Jahr 2010 erhielt Benno die Landesehrennadel des Landes Baden-Württemberg für besondere Verdienste im Ehrenamt. Ein wesentlicher Anteil an seinem Erfolg ist seiner Frau Conny geschuldet, was von Benno Fritz auch uneingeschränkt so anerkannt wurde. Langanhaltender stehender Applaus für den scheidenden Vorstand folgte der Laudatio.

 

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