Bäume am See sorgen für Ärger

Vor dem Fällen der Pappelreihe am Inneringer See konnten Fotografen stimmungsvolle Bilder machen

Vor dem Fällen der Pappelreihe am Inneringer See konnten Fotografen stimmungsvolle Bilder machen

Stadt fällt Bäume und lehnt Angebot des Gartenbauvereins, neue zu pflanzen, ab

Inneringen hat ein heißes Diskussionsthema: die Baumreihe am Inneringer See. Im vorigen Winter wurden die etwa 60 Jahre alten Pappeln gefällt, weil sie davor bei einem Eisbruch eine Gefahr für den Straßenverkehr geworden waren. Zunächst versprach Bürgermeisterin Dagmar Kuster, dass neue Bäume gepflanzt werden sollen, doch dann erfolgte im Rathaus ein Umdenken. Das sorgt für Zündstoff.

Entzündet hatte sich das Ganze an einer Aussage der Verantwortlichen des Inneringer Obst- und Gartenbauvereins. Nach der Hauptversammlung stand Anfang März im SZ-Bericht zu lesen: „In der Sitzung wurde mitgeteilt, dass bei der Inneringer Wörde eine neue Baumreihe gepflanzt werden soll.“ Diese Aussage habe in der Stadtverwaltung für Irritationen gesorgt, egal wie sie nun zustandegekommen sei, sagte Kämmerer Werner Leipert gegenüber der SZ. „Das Vorhaben war mit der Verwaltung so nicht abgesprochen.“ Da die Verwaltung inzwischen schon andere Pläne geschmiedet hatte, beschloss die Bürgermeisterin, das Thema auf die Tagesordnung einer Gemeinderatssitzung zu setzen.

Gleiche Bank, gleicher Baum: Der Inneringer Förster im Ruhestand, Klaus Wolf, findet den Inneringer See ohne die Baumreihe trostlos. Er spricht sich für die naturnahe Gestaltung des Geländes aus

Gleiche Bank, gleicher Baum: Der Inneringer Förster im Ruhestand, Klaus Wolf, findet den Inneringer See ohne die Baumreihe trostlos. Er spricht sich für die naturnahe Gestaltung des Geländes aus

Die Verwaltung schlug in der Sitzung Ende März dann vor, auf die Pflanzung neuer Bäume zu verzichten und statt dessen ein Gesamtkonzept für die Neugestaltung der gesamten Anlage zu erarbeiten. Damit wollte die Stadt jedoch warten, bis sich zeigt, ob man das Geld für Konzept und Gestaltung eventuell von der EnBW bekommen kann. Die plant bei Inneringen einen Windpark und muss für die bebauten Flächen Ausgleichsmaßnahmen bezahlen. Mit dem Geld könne man den See als Freizeitanlage aufwerten, so die Bürgermeisterin. Doch diese Pläne stießen vor allem bei zwei Inneringer Gemeinderäten auf Widerstand. Sie plädierten für die Baumpflanzungen. Schließlich entschied der Gemeinderat mehrheitlich, das Thema 2018 wieder auf die Tagesordnung zu nehmen.

Mit dem Vertagungsbeschluss ist die Diskussion nicht vorbei

Doch bei den Inneringern ist damit die Diskussion noch nicht beendet. „Der Obst- und Gartenbauverein ist in Inneringen ein anerkannter Verein“, sagt sein früherer Vorsitzender Klaus Wolf. Wenn dessen Vorstandsmitglieder sich für die Baumpflanzungen aussprächen, dann sei das ein deutliches Zeichen dafür, dass viele Inneringer die Baumreihe zwischen dem See und der Straße wieder haben möchten. Im SZ-Bericht über die Hauptversammlung des Vereins steht darüber hinaus auch, dass die Ankündigung, Bäume wieder pflanzen zu wollen, mit Applaus aufgenommen worden sei.

„Es hat richtig weh getan, als die Pappeln gefällt wurden“, sagte Klaus Wolfs Ehefrau, die Künstlerin Ilse Wolf, die in unmittelbarer Nachbarschaft zum See wohnen. Die Bäume wurden in den 1950er-Jahren gepflanzt, und da die Pappel etwa 80 bis 100 Jahre alt wird, hätten die Bäume noch etliche Jährchen hier stehen können. Der Förster im Ruhestand ist der Ansicht, dass die Stadt auch durch Zurückschneiden der Bäume die Gefahr für die Straße hätte beseitigen können.

Klaus Wolf hält nicht viel von einer Freizeitanlage am Inneringer See. Er spricht sich eher für die naturnahe Gestaltung des Geländes rund um den See aus. „Dazu gehören auch Bäume und viel Grün“, sagt er. Wolf gibt zu, dass die Pappel kein geeigneter Baum für die Alb ist. Doch jetzt hätte man beispielsweise Hainbuchen pflanzen können. „Die wachsen nicht so schnell und werden nicht so hoch“, sagt er. Bestimmt hätten sich die fünf Bäume später auch in ein Gesamtkonzept integrieren lassen.

Quelle: Schwäbische Zeitung

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