Hat eigentlich jemand Bilder vom Schwimmbad?

Wenn das Thermometer auch auf der Alb über 30°C anzeigt, wünscht man sich ein Schwimmbad. Früher gab es das ja in Inneringen. Hat da eigentlich noch jemand Bilder davon?

Die Generation Ü45 kann sich noch schemenhaft bis gut daran erinnern, für alle „Nachgeborenen“ ist es eine der vielen Geschichten aus der guten, alten Zeit: Das Inneringer Schwimmbad. Das Luftbild oben stammt aus dem Jahr 1960 und wurde 1998 im Buch „Inneringer Geschichte in Fotografien“ des engagierteHeimatkundlers Botho Walldorf abgedruckt. Damals gab es den Sportplatz noch nicht, gekickt wurde seinerzeit im Bereich „Großer Brühl“ neben der Sägehalle des Holzwerks Kempf. Die Holzhütte dürfte dagegen noch einigen bekannt sein, vor dem Bau des Sportheims 1983/84 wurde dort die Sportplatzwurst verkauft. Tatsächlich war dies aber die Umkleidekabine und der Kiosk des Schwimmbads.

Über einige Jahre wechselten sich Gammertingen und Inneringen als Austragungsort für die Gauschwimmfeste im Turngau Hohenzollern ab. Nur dort gab es solche Einrichtungen.

Dem Schwimmbad war allerdings nur eine recht kurze Lebenszeit beschieden: Kurz nach seinem Amtsantritt im Jahr 1975 musste der neugewählte Bürgermeister Johannes Müller das Bad schließen. Dies lag sicherlich zum einen am hohen Aufwand, der für einen hygienisch einwandfreien Betrieb notwendig gewesen wäre, zum anderen aber auch daran, dass die „badetauglichen Tage“ auf 820 m Meereshöhe eng bemessen waren.

Interessant wäre, wie das Schwimmbad „im Betrieb“ ausgesehen hat. Hat noch jemand private Bilder aus dieser Zeit? Vielleicht sogar vom betriebenen Kiosk, der Liegeweise?

Wenn ja, dann diese bitte als Scan an das hiesige Internet schicken oder einfach zum einscannen abgeben! Das Original wird selbstverständlich pfleglich behandelt und umgehend wieder zurückgegeben.

Bevor das Schwimmbad um 1960 angelegt wurde, sah es dort so aus: Die Straße nach Veringen war noch ein Schotterweg, und die Wasserfläche war offensichtlich deutlich größer.

Inneringer gibt Computerkurse in Afrika

Raphael Freiheit hat Wirtschaftsinformatik studiert und will sich in Tansania sozial engagieren.

Quelle: Schwäbische Zeitung

In zwei Monaten geht Raphael Freiheits großer Traum in Erfüllung. Dann fliegt der 25-jährige Inneringer nach Tansania. Ein Jahr lang wird er dort unter anderem Computerkurse geben und den Internetauftritt der Nichtregierungsorganisation „Chema“ pflegen, für die er arbeiten wird. Für Raphael Freiheit kein Problem: Vor Kurzem hat er sein Studium der Wirtschaftsinformatik abgeschlossen. „Und dann habe ich nach einer neuen Herausforderung gesucht“, sagt er. Für ihn lag der Gedanke nah, sich ein Jahr lang für ein soziales Projekt im Ausland zu engagieren. „Meine älteren Schwestern haben das auch beide gemacht, eine davon ebenfalls in Tansania“, sagt Freiheit. „Ich wollte das auch immer, und jetzt ist der Zeitpunkt perfekt.“

Raphael Freiheit war noch nie so lange von zu Hause weg und auch noch nie so weit. „Das Längste war mal ein vierwöchiger Roadtrip durch Großbritannien.“ Angst vor Heimweh hat er aber nicht: „Heutzutage ist es ja viel einfacher, über das Internet in Kontakt zu bleiben.“ Und vielleicht besucht ihn seine Freundin auch mal in Tansania. Sie sei erst skeptisch gewesen, weil ein ganzes Jahr so eine lange Zeit ist. „Aber jetzt unterstützt sie mich total“, sagt er. „Sie weiß ja auch, dass das mein größter Traum ist.“ Trotzdem werden ihm Familie und Freunde und wohl auch so mancher Komfort fehlen, den er von Deutschland gewohnt ist. „Technik, fließendes Wasser oder einfach mal den Fernseher einzuschalten – das hat schon was“, sagt Raphael Freiheit.

Bis es losgehen kann, muss er noch viel organisieren. Zu den wichtigsten Vorbereitungen zählen Impfungen und die Beschaffung eines Visums. Bei all diesen Dingen wird er von seiner Entsendeorganisation „artefact“ unterstützt, ein Zentrum für nachhaltige Entwicklung in Glücksburg an der Ostsee.

Wohnen in der Zweier-WG

„Nächste Woche fahre ich zu einem Seminar, wo es dann noch einmal wichtige Informationen zu Flug und Abläufen gibt.“ Vor Ort stellt die Organisation Raphael Freiheit eine Wohnung zur Verfügung, „wahrscheinlich wird das eine Zweier-WG“. Er hofft, dass er dann während seines Einsatzes flexibel eingesetzt wird und auch Einblick in andere Bereiche bekommt. Zu den Aufgaben von „Chema“ gehören unter anderem auch biologische Landwirtschaft, Aufforstung und das Thema erneuerbare Energien.

Ganz sicher ist Raphael Freiheit sich aber schon jetzt, dass ihn das Jahr in Tansania persönlich weiterbringen wird. „Ich glaube schon, dass man seinen Horizont erweitert und weltoffener wird.“ Weltoffen wirkt er aber eigentlich schon jetzt. „Ich bin sehr sozial“, sagt er über sich selbst. „Viele sagen, ich hätte etwas anderes studieren sollen.“ Doch nun stellt er sein Fachwissen ja einem sozialen Zweck zur Verfügung. Was danach kommt, weiß Raphael Freiheit noch nicht so genau. „Der Plan ist, dass ich mir im Bereich Informatik einen Job suche“, sagt er. „Aber wer weiß – vielleicht orientiere ich mich auch nochmal um.“

Umbau der ehemaligen Schule beginnt im Juli

Im Juli beginnt der Umbau der ehemaligen Schule, der Gemeinderat hat die ersten Vergaben vorgenommen.

Quelle: Schwäbische Zeitung

Die Umgestaltung des ehemaligen Inneringer Schulgebäudes zu einem Dorfgemeinschaftshaus erfordert Bauarbeiten, die von Architekt Christoph Engler geplant werden. Im Haushalt sind dafür 390 000 Euro eingestellt worden. Aus dem Ausgleichsstocks des Landes bekommt die Gemeinde einen Zuschuss von 150 000 Euro. Der erste Block Gewerke wurde beschränkt ausgeschrieben. Der Gemeinderat hat nun die Vergabe an die jeweiligen Firmen einstimmig beschlossen. In der zweiten Juli-Woche ist Baubeginn, kündigte Architekt Engler nach der Beschlussfassung an. Das Ausschreibungsergebnis zeigt, dass Engler bei der Kostenschätzung richtig lag: Im Moment liegen die Vergabesumme rund 6000 Euro unter dem Gesamtbudget. Das Ergebnis der Ausschreibung des zweiten Blocks Gewerke werde im Juli zur Beschlussfassung vorgelegt, kündigte Bürgermeisterin Dagmar Kuster an.

Inneringer öffnen Gärten für Besucher – Besucher kommen von weit her

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Gartenliebhabern aus dem weiten Umland ist am Sonntag beim Tag der offenen Gartentür in Inneringen das Herz aufgegangen. Bei zwölf Gartenreichen, die es zu besichtigen gab, gab es das ganz große Spektrum an Gartengestaltung zu bewundern.

Quelle: Schwäbische Zeitung

Schon vor 11 Uhr morgens waren die ersten Besucherscharen mit ihren Rundwegflyern in Inneringen unterwegs, um in aller Ruhe die teilnehmenden Gärten fußläufig zu besuchen. Jedoch wichen viele auch aufgrund der zunehmenden Hitze auf das Auto aus, da die Entfernungen vom Dullenberg über das Bergkäppele bis zum Wasserturm und auch zum Sportplatz beim Wolf´schen Bauern- und Barockgarten doch sehr weit auseinander lagen.

Die Gäste werden im Narrenheim bewirtet

Beim Narrenheim sorgten die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins für beste Stärkung mit Kaffee, Kuchen und herzhaften selbstgemachten Dennetle unter schattenspendenden Schirmen. Mehrere hundert Personen unterzeichneten die ausgelegten Listen, weit über den Kreis Sigmaringen hinaus fanden Gartenliebhaber den Weg nach Inneringen. „Es gibt Ortschaften, wo es nur zwei oder drei offene Gärten gibt, hier sind es zwölf Stationen, daher habe ich den weiten Weg gerne in Kauf genommen“, sagt ein Besucher aus dem Landkreis Böblingen. Zu sehen gab es von der postmodernen, mit viel Granit sehr gradlinig angelegten Außenanlage über das märchenverwunschene, mit Teich und Frosch angelegte kleine Paradies auch der üppige Obst- und Ziergarten mit Kinderspielplatz, der Nutzgarten oder der duftende Rosengarten bei der Bergkapelle.

Im Dullenberg durften die Besucher das selbstgebaute Backhaus mit Außenküche und den daneben gelegen Außenwhirlpool, eingebettet in einen Naturgarten bewundern. „Tolle Ideen zum Mitnehmen“, „So viel Liebe zum Detail“, „Ecken zum Träumen“, „herzlichen Dank für den Einblick in euer grünes Paradies“ und sogar““Schade, dass ich nicht bleiben kann, so schön ist es bei euch“, solche Sätze standen in dem Gästebuch, das eine Besitzerin ausgelegt hatte und in dem zahlreiche Besucher gerne ihren Dank und ihre Anerkennung ausdrückten. Überhaupt standen die Besitzer zum fachsimpeln gerne zur Verfügung. Im Vorbeigehen war vom organischen, mineralischen oder biologischen Dünger die Rede, von Schädlingsbekämpfungstipps und vom optimalen Standort. Der wohl mit am weitesten hergereiste Besucher meinte bei seiner Abreise zufrieden, dass sich die Fahrt und der Sonnenbrand, den er sich eingehandelt habe, sehr wohl gelohnt hätten.

Wer den Tag der offenen Gartentür verpasst hat, kann sich im WEBALBUM einen kleinen Überblick über den gelungenen Tag verschaffen.

Erster Teil des Historienspiels wird aufgeführt

Die Proben laufen seit einigen Wochen, am 19.07.2015 ist die Aufführung: Der erste Teil des von Erwin Zillenbiller verfassten Historienspiels kommt auf die Seebühne.

Zwei Teile umfasst das Werk von Erwin Zillenbiller, der erste Teil, die Landschaftsballade „Auf dem Planeten Erde – Inneringen werde“ kommt jetzt zur Aufführung. Als Rahmen wurde das Seefest des Musikvereins vom 18. – 20. Juli 2015 gewählt, für das leibliche Wohl ist somit bestens gesorgt. Beginn ist am Sonntag um 16 Uhr.

Wie in Bregenz wird es eine Seebühne geben – beste Bedingungen also für hoffentlich viele Zuschauer.

Der Eintritt beträgt 5 Euro, Kinder bis zwölf Jahre sind frei.

 

TSV-Fest: Rahmenprogramm findet Anklang

An den beiden ersten Tagen des TSV-Vereinsfestes stand der Fußball im Mittelpunkt. Sowohl die AH-Spieler wie auch die Elfmeterspezialisten kamen voll auf ihre Kosten.

Quelle: Schwäbische Zeitung

Am späten Freitagnachmittag begann das Sportwochenende des TSV Inneringen mit dem Kleinfeldturnier der Alten Herren. Parallel dazu fanden Einlagespiele von drei Fußballmannschaften von Menschen mit Behinderung statt, die durch den offenen Ausdruck ihrer Freude am Sport eine Bereicherung der Veranstaltung waren. Die ersten Sieger des Turniers waren erneut die Mannschaft der Sigmaringer Fidelisschule, bei den zehn Mannschaften der alten Herren gewann der TSV Benzingen.

Beherzt nimmt ein Fußballspieler der Biberacher Mannschaft der Werkstatt für behinderte Menschen bei der Siegerehrung dem verduzten Organisator Gerhard Sprißler das Mikrophon  aus der Hand. „Wir hatten so viel Spaß heute und möchten uns ganz herzlich bedanken. Die Spiele waren fair und wir haben alle irgendwie gewonnen“, diesen Worten des strahlenden Biberacher Spielers hatte Gerhard Sprißler tatsächlich nichts mehr anzufügen. Der Modus des Inklusionsturniers, bei dem die Behindertensportgruppe Lautenbach des SV Großschönach als dritte Gruppe teilnahm, war klar festgelegt. Ein Torspieler und sechs Feldspieler, jeder Mannschaft wurden zwei aktive Spieler der Spielgemeinschaft Hettingen-Inneringen zugelost, einer spielte jeweils mit, durfte aber keine Tore erzielen. Die Spieldauer wurde auf 15 Minuten festgelegt, jeder spielte gegen jeden. Am Ende hatten die Sigmaringer Fidelisschüler die meisten Punkte erzielt und durften sich als erster Sieger feiern. Anerkennende Worte gab es auch von Werner Schwanzer, wfv-Beauftragter für  den Behindertenfußball, der überraschend angereist war und zwei Fußbälle für den TSV Inneringen und sein außerordentliches Engagement um die gelebte Inklusion dabei hatte. Die Begegnungen der zehn Mannschaften der alten Herren, die unter Turnierleiter Thorsten Frank bis in die späten Abendstunden reichten, brachte den TSV Benzingen als Turniersieger vor dem SV Bingen/Hitzkofen hervor. Der Vorjahressieger SV Langenenslingen erreichte im Neun-Meter-Schießen den dritten Platz.

Am Samstagnacht tummelten sich wiederum zahlreiche fantasievoll benannte Mannschaften auf dem Trainingsgelände, wo auf drei Tore gespielt wurde und der Turniersieger des Gaudi-Elfmeterturniers ermittelt wurde. 55 Mannschaften, darunter 16 Damenmannschaften wurden von Organisator Florian Flöß und seinem Helferteam bis nach Mitternacht durch den Abend geführt, bevor die Sieger feststanden.

Das Gaudi Elfmeterturnier am Samstagabend entschied erneut die Mannschaft „Boseggel United“ aus Harthausen/Scher für sich…

… beim Damenwettbewerb siegte „äh, wart mal kurz“ aus Langenenslingen.

Als besondere Belohnung durften die Harthauser Sieger den riesigen Wanderpokal mit nach Hause nehmen und behalten, da sie das Turnier zum dritten Mal in Folge gewannen.

Gefeiert haben aber auch die anderen Mannschaften.

Die hiesigen Gardemädels konnten fußballerisch nicht ganz an das hohe Niveau anknüpfen, das sie an der Fasnet auf die Bretter bekommen.

Der SGHI-Nachwuchs konnte immerhin ein Pokälchen erringen.

Zwölf Gärten laden zur Besichtigung ein

Nach der erfolgreichen Premiere im Jahr 2009 macht der Inneringer Obst- und Gartenbau und Landschaftspflegeverein am kommenden Sonntag wieder mit beim Tag der offenen Gartentür.

Quelle: Schwäbische Zeitung

Nach dem erfolgreichen Tag, der in Inneringen erstmals 2009 durchgeführt wurde, konnte die Inneringer Vorsitzende Sabine Maier und ihre Schriftführerin Heike Teufel dieses Jahr zwölf Gartenbesitzer für den Gartentürtag begeistern und gewinnen. Am Sonntag sind zehn Privatgärten und zwei Vereinsgärten ab 11 Uhr zu besichtigen. Im Narrenheim ist für eine reichhaltige Bewirtung mit Kaffee, Kuchen und Dennetle durch den Gartenbauverein gesorgt.

Besonders erfreut ist Vorsitzende Sabine Maier, dass bis auf zwei Gärten dieses Jahr ausschließlich neue Gärten, also die 2009 nicht mit dabei waren, ihr grünes Refugium öffnen, auch im Inneringer Ferienwohngebiet Dullenberg sind zwei Gartenbesitzer dabei. 

Einen übersichtlichen Flyer zum Rundgang gibt es an den drei ausgewiesenen Parkplätzen beim Sportplatz, bei der Landesbank und im Dullenberg. 

Der Tag der offenen Gartentür beginnt am kommenden Sonntag, 28.Juni ab 11 Uhr und endet gegen 17 Uhr. Das Museum Gewandhaus hat seine Öffnungszeiten für diesen Sonntag angepasst, so dass die Museumstür ebenfalls schon ab 11 Uhr für Besucher geöffnet ist.

 

25jähriges Jubiläum bei der Schreinerei Hupfauf – Thermodübel zum Patent angemeldet

Alexander Hupfauf, Salvatore Bonanno, Maria Hupfauf, Firmenchef Peter Hupfauf, Fabio Hupfauf (von links) feiern 25-jähriges Betriebsjubiläum der Schreinerei Hupfauf.

In ihrem Familienbetrieb in Inneringen hat die Schreinerei Hupfauf ihr 25-jähriges Firmenjubiläum in der Produktionshalle gefeiert. Im süddeutschen Raum sind sie Marktführer für Fensterläden. Acht Vollzeitkräfte, zwei Auszubildende und vier Teilzeitkräfte arbeiten inzwischen im Unternehmen. Von Anfang an dabei ist Salvatore Bonanno.

Quelle: Schwäbische Zeitung

Der Anfang war nicht einfach: Peter Hupfauf gründete 1990 in der ehemaligen Schreinerei seines Vaters in Hettingen eine eigene Schreinerei und stellte vor allem Treppen her. Ein Jahr später arbeitete er mit der Firma Schwörer-Haus in Oberstetten zusammen und fertigte Serienprodukte wie Fensterbänke, Teppichleisten oder Klappläden. Der Kleinbetrieb zog nach Inneringen um. 1993 wurde Peter Hupfauf schwer krank und musste sich ein Jahr lang einer intensiven Krebstherapie unterziehen.

Sohn Alexander Hupfauf, der 1992 eine Lehre als Schreiner bei Heinz Bulach in Inneringen angefangen hatte, konnte die Lehre im eigenen Betrieb mit der Gesellenprüfung beenden. Über diesen ungewöhnlichen Wechsel sagt er heute: „Ich bin froh, dass Heinz Bulach mir dies ermöglichte und mir auch danach noch immer geholfen hat.“

1994 zog die Firma in die ehemalige Trikotagefabrik der Firma Türk um. Ehefrau Maria Hupfauf arbeitete vor allem im Büro mit. Freunde halfen aus, wenn „Not am Mann“ war. In seiner Ansprache dankte Alexander Hupfauf besonders für dieses Einspringen bei Bedarf. 1997 machte er den Meister und eine Produktionshalle vergrößerte den Betrieb. Alexander bildete später als zweiten Lehrling seinen vierzehn Jahre jüngeren Bruder Fabio aus. Inzwischen ist dieser Wirtschaftsfachwirt und ergänzt so die Anforderungen an den wachsenden Betrieb.

Großaufträge aus Stuttgart

Die Schreinerei erhielt im Jahr 2006 für Bestuhlung und Inneneinrichtung der Alten Kanzlei und das „Amadeus“ in Stuttgart einen Großauftrag. Der gleichzeitig steigende Bedarf an Fensterläden konnte durch den Kauf einer speziellen CNC-Maschine gedeckt werden. Besonders im Großraum Tübingen-Stuttgart sind die Holz- oder Aluläden, zum Schieben oder zum Klappen gefragt. So wurden im vergangenen Jahr rund 5000 Stück in Holz und 1000 Stück in Aluminium hergestellt. In einem Ausstellungsraum in Stuttgart können die Kunden die Läden auswählen.

Ein weiteres Standbein des Betriebs ergänzt die Produktpalette: Alexander Hupfauf erfand einen speziellen „Thermdübel“ zur Befestigung an isolierten Fassaden, der zum europäischen Patent angemeldet wurde. Die Kosten für die Patentanmeldung sind enorm, rund 70 000 Euro. Zum Glück, so Hupfauf, verkauft sich das Produkt gut.

Hupfauf überreichte Salvatore Bonanno, der von Anfang an als Teilzeitkraft und seit 2008 in Vollzeit angestellt ist, eine Urkunde und ein Geschenk für seine Treue. Seniorchef Peter Hupfauf bedankte sich im Anschluss ebenfalls bei allen, die seinen Betrieb unterstützen, vor allem dankte er seinen Söhnen: „Ich darf tun, was sie sagen; meine Frau Maria hat allerdings den schwersten Job, sie muss alles mitmachen.“ Danach wurde in der Halle gefeiert.

Besichtigungsfahrt in Sachen Nahwärmenetz – Positives Beispiel macht Mut

Immer gut, wenn man sich vorher mal ansehen kann, wie es nachher aussehen könnte! Die Besichtigungsfahrt nach Ebenweiler, wo aktuell ein Nahwärmenetz aufgebaut wird, brachte viele wichtige Informationen. 

 

Ebenweiler, mit rund 1200 Einwohnern und 380 Haushalten in etwa in der selben Größenklasse wie Inneringen, entsteht zur Zeit ein Nahwärmenetz mit rund 4,8 km Länge und etwas über 100 Anschlussnehmern. Die benötigte Wärme liefert eine Biogasanlage mit 500 kWth, die knapp 600 m nördlich der Ortslage liegt. Eine Ausgangslage also, die durchaus mit Inneringen vergleichbar ist. 

Die Biogasanlage selbst besteht schon einige Jahre, die Idee zum Nahwärmenetz wurde geboren, als einige Einwohner bei den Betreibern anfragten, ob sie nicht ihre Wärme von dort beziehen können.

   

„Herzstück“ ist die Verteilerzentrale, hydraulisch günstig am tiefsten Punkt der Ortslage gelegen.

Ulrike Lorinser vom gleichnamigen Ingenieurbüro und Projektentwickler Jörg Dürr-Pucher vom Büro Clean Energy stellten dort zusammen mit Vertretern der Nahwärmenetz-Genossenschaft das Projekt vor.

  

In isolierten Stahlrohren wird die Wärme dann zu den einzelnen Gebäuden geleitet. Sinnvollerweise werden die Grabarbeiten dazu genutzt, auch gleich Leerrohre für eine künftige Glasfaseranbindung und damit für blitzschnelles Internet mitzuverlegen. Die entsprechenden Kosten trägt die Gemeinde, die auch einen kleinen Anteil an den Grabungskosten trägt. 

Über einen Mehrsparten-Hausanschluss kommen die Wärmeleitung, das Steuerkabel für die Übergabestelle und das Glasfaser-Leerrohr ins jeweilige Gebäude.

     

Bis einschließlich der Übergabestation „gehört“ das Netz der Genossenschaft, nach dem Wärmetauscher beginnt das Hausnetz. Ist schon eine Warmwasserzentralheizung vorhanden, muss die Zuleitung nur mit den Verteilerpumpen verbunden werden. Im besichtigten Haus kann der früher für den Öltank genutzte Kellerraum durch den Anschluss nunmehr anderweitig genutzt werden – man gewinnt also Raum.

  

Dort, wo die Leitungsverlegung schon abgeschlossen ist, sind die aufgegrabenen Straßen schon wieder ordentlich asphaltiert.

Die Teilnehmer der Besichtigungsfahrt zeigten sich ebenso beeindruckt von der Leistung der Ebenweilener Genossenschaft wie überzeugt davon, dass ein solches Projekt auch in Inneringen gelingen kann. Auf die Fragebogenaktion haben sich immerhin schon über 100 potenzielle Interessenten gemeldet, und man kann durchaus davon ausgehen, dass entlang den konkret zur Realisierung anstehenden Trassen noch weitere Gebäudeeigentümer überzeugt werden können.  

Schließlich ist eine solche Investition ein wesentlicher Schritt zur Wertsteigerung einer Immobilie: Ein Nahwärmeanschluss bietet den aktuellen und auch den künftigen Eigentümern die Gewähr, dass für das Thema „Investitionen in die Heizung“ ein für alle mal gegessen ist. Und mit dem sicherlich ebenfalls kommenden Leerrohr für den Glasfaseranschluss wird ein zweites Argument für eine dauerhafte Attraktivität eines Gebäudes geliefert.

In den kommenden Wochen sollen nun konkrete Gespräche geführt werden, damit dann zeitnah auch die entsprechenden Förderanträge gestellt werden können. Klar ist aber auch: Das Dorf wird sich bewegen müssen, um solch ein Jahrhundertprojekt stemmen zu können. Wem etwas daran liegt, dass Inneringen gut gerüstet in die Zukunft gehen kann, der sollte sich wirklich überlegen, der Sache beizutreten. 

Die finanzielle Seite ist solide und vor allem auch günstig: In Ebenweiler kostet die Kilowattstunde 7,9 Cent, bei einer Ölheizung (Ölpreis 80 Cent, Wirkungsgrad 70%) sind das 11,4 Cent und damit über 40% mehr. Die „Investition“ beschränkt sich auf den Genossenschaftsanteil und ein Pflichtdarlehen, welches allerdings verzinst und zurückgezahlt wird.

In der Rechtsform einer Genossenschaft bleibt die Wertschöpfung zudem im Dorf und fließt eben nicht nach Russland und Saudi-Arabien ab. Schon früher wurden Einrichtungen für das ganze Dorf immer wieder genossenschaftlich organisiert. Erinnert sei hier nur an die Molkereigenossenschaft oder auch die Gemeinschaftsgefrieranlage.

Auch hier gilt das, was der Alte Fritz schon vor ein paar Jahrhunderten gesagt hat: „Was tun? Was tun!“!